Neustart für niki und Simon

Neustart für Niki und Simon 8

Heute neue Einheiten 🙂 und da kommen noch sehr viel mehr

43. Niki

Langsam schlendere ich den Weg weiter, wie mein Handy mich führt. Dabei denke ich an damals, wie ich mich immer in dem Wald versteckt habe, der bei meiner Oma ist. Nie habe ich da hinausgewollt, die Ruhe hat mir schon damals Kraft gegeben. Markus hat immer gelacht und gemeint: »Du wirst dir eine Hütte mal im Wald bauen und mit Pferden darin leben.«

»Wenn das nur ginge«, sage ich leise und trete einen Ast vor mir her.

»Links abbiegen«, kommt von meinem Handy.

Ich blicke in die Richtung. »Ich glaube, du hast dein Job verfehlt, da ist nichts als Acker.« Ich schließe die App und starte sie neu. Grimmig blicke ich auf das Display. »Willst du mich verarschen, den ganzen Weg umsonst gelaufen?«, brumme ich. »Wenn man sich auf die Technik verlässt, ist man verlassen.« Aufregen bringt ja nichts, also einfach weiter laufen.

Kurz danach ruft meine Mutter an, die ich wegdrücke, keine Lust, mit ihr zu reden.

Noch ein Schritt und ich bin aus der Natur. Ob ich es will oder nicht, ich muss nach Hause, ansonsten ruft sie gleich bei der Polizei an. Das wäre nicht das erste Mal. Ich starre den Asphalt an.

»Bist du nicht die neue«, höre ich, »diese Dominique?«

Na bravo, ist der Ruf erst ruiniert … seufzend blicke ich auf. »Ja.« An einer Haustür steht der Junge, den ich nach der Pause angestarrt habe.

»Was machst du hier?«

»Ich war Reiten.«

Er sieht zum Wald. »Hast du ein eigenes Pferd?«

»Nein, ich darf das von Mondgesicht reiten.«

Er runzelt die Stirn.

»Kia.«

»Cool, was hältst du davon, wenn ich dir morgen die Umgebung zeige. Mein Flavus mag Kia sehr gerne.«

Was geht hier gerade vor? »Äh, kann ich dir morgen sagen, wie meine Laune ist.«

»Geht klar, dann morgen in der Schule.«

44. Simon

Am nächsten Morgen in der Schule verdrücke ich mich direkt in den Klassenraum und werfe meine Tasche auf den Tisch. Ich habe keine Lust heute und bin schon frühmorgens genervt. Kann man nicht einfach seine verdammte Ruhe in diesem Leben haben? Was ist so schwer daran?

Ich klatsche meine Sachen auf den Tisch, hole meinen Kaffee im Thermobecher aus dem Rucksack und stecke meine Nase in mein Buch. Lesen lenkt mich immer ab und ich mag Fantasy sehr gerne. Dort ist selten etwas gemäß irgendwelchen bescheuerten Regeln, die man befolgen muss, weil irgendein Depp mal der Meinung war, es müsse welche geben. Dominique kommt kurz vor dem Klingeln, wirft ihrerseits ihre Sachen auf den Tisch, ringt sich ein mühsames Morgen ab und hält nach meiner geknurrten Begrüßung den Mund. Besser so.

Als der Baumgartner in die Klasse kommt, fällt mir siedendheiß ein, was ich gestern Abend vergessen habe. »Fuck verdammte scheiße noch mal«, fluche ich leise. Ich war geliefert.

45. Niki

Mein Blick geht zu dem Gockel und kräusle meine Stirn. Aber ich werde es tunlichst unterlassen, ihn zu fragen, was er hat.

»Guten Morgen«, sagt Herr Baumgartner.

»Was soll daran gut sein?«, will ich wissen.

»Es scheint die Sonne und ein Sprichwort sagt, morgen Stunde …«

»BLA«, unterbreche ich ihn. »Ich bin keine Lerche, sondern ein Mensch und der braucht seinen Schlaf.«

Er dreht sich weg, ich habe keine Ahnung, ob ich gewonnen habe, oder es Gleichstand steht, zumindest gibt er keinen Blödsinn mehr von sich. »Gut«, meint er und wendet sich wieder an uns. »Da anscheinend einige noch ein Bett benötigen, will ich trotzdem die Hausaufgaben einsammeln.«

Genervt stöhne ich und hole mein Block heraus. Verwundert sehe ich, dass der Gockel so tut, wenn er in seiner Tasche sucht.

»Simon?«, fragt nun der Lehrer und steht vor unserem Tisch.

Scheiße, das ist sein Ausruf gewesen. Aber was mach ich jetzt, lass ich den Gockel seinen Stolz zerbröseln lassen, oder helfe ich ihm? Verdient hätte er es, dass ich ihn auflaufen lasse. Wiederum hat er mir gestern auch geholfen, zumindest hat er es versucht.

»Hier«, sage ich und reiche das Blatt.

»Danke.«

»Das ist von Simon und mir, wir haben sie zusammen gemacht.«

Langsam, fast in Zeitlupe, blickt er zu mir. »Wie bitte?«

»Wir sind den Stoff zusammen durchgegangen, seit wann ist das verboten?« Mein Gott, wenn der noch weiter mich so blöd anglotzt, friert sein Gesicht ein.

Er sieht zu Simon. »Morgen wieder alleine!«

46. Simon

Hat sie mir gerade wirklich den Arsch gerettet? »Danke!«, stoße ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. »Womit habe ich das denn verdient?«

Sie zuckt nur die Schultern. Dafür das sie sonst nur rumzickt, kann sie doch wirklich nett sein. Der Baumgartner würde am liebsten platzen und ich weiß, dass er mich bluten lassen wird. Wir können uns auf den Tod nicht ab. Warum auch immer solch eine Abneigung gegen mich hat, ich weiß es nicht. Meine Vorahnung war richtig. Die Stunde über hat er mich an jeder erdenklichen Stelle gestriezt. Arsch der. Aber egal, die Stunde habe ich überlebt. »Bist du heute Nachmittag am Stall?«, fragte ich. »Weiß nicht. Warte noch darauf, dass ich Bescheid bekomme.«

»Hast du Lust mit auszureiten?«

»Ohne Pferd?«

»Ich habe zufällig zwei und Faible ist eine Seele von Tier. Überlege es dir. Ab 15 Uhr bin ich dort. Du wirst mich ja finden, denke ich«, grinse ich.

47. Niki

Ich blicke dem Gockel hinterher. Was ist in dem gefahren?, frage ich mich selber. Ich schüttel den Kopf und packe meine Sachen, dabei wird das Getuschel hinter mir immer lauter.

»Problem?«, garre ich die Mädchen hinter mir an.

»Ich habe dich für klüger gehalten«, meint die, die hinter mir sitzt.

Ich runzle meine Stirn.

»Na du und Simon?«

Ich stehe auf und schulter meinen Rucksack. »Zu aller erst, geht euch mein Leben nichts an. Zum Zweiten geht euch sein Leben nichts an und zum Dritten haltet einfach eure Klappen, denn da ist nichts und wird auch nie etwas sein.« Ohne auf die weiter zu achten, laufe ich hinaus. Vor der Tür steht Mondgesicht, auf dem ich zu laufe. »Ich reite gleich aus, klar so weit?«

»Äh …«

»Klar so weit«, brumme ich und er nickt nur.

Ein Lachen zieht meine Aufmerksamkeit auf mich. Ach scheibenhonig, ihn habe ich vollkommen vergessen, was mach ich jetzt nur? Ohne dass ich eine Antwort für mich gefunden habe, kommt er auf mich zu.

»Hallo, Felix«, sagt Mondgesicht.

Er hebt die Hand und blickt zu mir. »Na, bereit Dominique?«

Zumindest weiß ich jetzt, wie er heißt. »Klar.«

»Dann bis gleich am Stall.«

Er geht ein paar Schritte und wendet sich wieder uns zu. »Breckheim kann sich ja dazu gesellen.«

Ich runzle die Stirn. Ach ja der meint Gockel. »Kannst du gerne ausrichten, wenn du ihn siehst.«

Felix lacht und geht weiter.

Ich schau zu Mondgesicht. »Was?«

»Nicht«, sagt er leise und geht in die gleiche Richtung wie Felix.

48. Simon

Schnell bin ich zu Hause, werfe meine Klamotten ins Zimmer, zieh mir die Reitsachen an und schieb mir dabei etwas zu essen zwischen die Zähne. Wenn mein Vater das sah, würde er wieder ausrasten. Aber er war nicht da, wie fast immer. Perfekt, um sein eigenes Leben zu leben.

Ich schnappte meinen Rucksack, den ich abends schon gepackt hatte und radelte zum Stall. Das Wetter war wirklich perfekt für einen Ausritt. Nun war ich gespannt, wie sich Dominique entscheiden würde. Was mich da gerade bei dem Angebot geritten hat, weiß ich selbst nicht. Eigentlich lasse ich niemanden auf meine Pferde. Doch sie ritt ganz anständig und ich wollte mich bedanken. Das sie mir den Arsch in der Schule gerettet hatte, war nicht selbstverständlich. Am Stall angekommen, holte ich die beiden von der Wiese und begann, Samba zu putzen. Solange es noch ruhig war, hatte ich auch eine einigermaßen entspannte Stute. Doch nach und nach trudelten alle ein und sie wurde wieder nervös und zickig wie eh und je. »Hey Dominique. Wie siehts aus? Nimmst du Faible?«, fragte ich sie, als ich sie erblickte.

Von Anfang an lesen, dann klickt hier
Weiter geht es hier, sobald er online ist

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert