Interview mit Marissa Barks

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Beschreibe deinen Text der Anthologie in drei Sätzen.

In Huntsville / Texas bricht eine Krankheitswelle mit typhusähnlichen Symptomen aus. Ein Cowboy bietet dem Arzt seine Hilfe an, da er mit einem Patienten in Kontakt gekommen ist und erkranken könnte. Die Suche nach dem Infektionsherd beginnt.

Hast du dort einen Lieblingscharakter?

Hat man ein Lieblingskind? Mir sind alle sehr ans Herz gewachsen. Zumal diese Figuren aus meinem aktuellen Romanprojekt stammen. Es gibt dort mit allen ein Wiedersehen.

Was hast du mit deinen Charakteren gleich?

Jeder ist ein Teil von mir. Ob der Cowboy Chester, der in mindestens einem Bundesstaat gesucht wird, oder Lorena, die positiv denkende Witwe, oder Fanny, die sich mit Herzblut um Patienten kümmert – jede Figur ist einzigartig und hat einen kleinen Teil von mir in sich. Da könnte ich nicht sagen, dass unterm Strich alle dieselbe Eigenschaft haben.

Warum hast du angefangen zu schreiben?

Das Schreiben ist schon seit meiner Teenie-Zeit ein Teil von mir. Früher schrieb ich Texte für Geburtstage, ganze Schulhefte voll eigener Geschichten und vieles mehr. Als ich meine Ausbildung begann und später arbeitete, hab ich das Schreiben eine Zeit lang vernachlässigt. Das tat mir nicht gut und schon nach ein paar Jahren kamen mir viele Ideen und „Was wäre wenn?“ – Fragen in den Sinn. Im Jahr 2018 begann ich, nebenberuflich als Autorin zu arbeiten. Ich habe sehr viel Spaß, Geschichten zu schreiben und andere in diese Welt eintauchen zu lassen.

Warum dieses Genre?

Das kann ich nur schwer beantworten. Mit diesem Genre bin ich quasi durch Terence Hill und Bud Spencer-Filme, „Unsere kleine Farm“, „Lucky Luke“ – Hefte und Filme wie „Blaze of Glory“ aufgewachsen. Die historische Zeitspanne finde ich sehr interessant. Tatsächlich habe ich dieses Genre nicht bewusst angestrebt. Erst fand mich der Protagonist und dann ergab sich die Geschichte.

Dein Lieblingszitat aus einem deiner Texte.

Ich mag Sarkasmus und schwarzen Humor. Daher gefällt mir die Szene mit dem Totengräber sehr gut. Sie hat mich in meiner Vorstellung zum Lachen gebracht. Ich fühlte mich an eine Mischung aus „Joe, der Galgenvogel“ und ein Buchzitat von Stephen King aus „Friedhof der Kuscheltiere“ erinnert.

Was, denkst du, braucht ein perfektes Buch?

Es müssen nicht immer tausend Plottwists oder fantastische Gestalten sein. Spannend finde ich Breaking Points, in denen sich eine Figur von jetzt auf gleich verändern muss oder eine Entscheidung treffen muss. Mich muss die Geschichte emotional mitreißen, mindestens eine Figur beinhalten, die mir sympathisch ist und dann möchte ich die Reise der Figur weiter begleiten. Eins der besten Bücher und mein absolutes Lieblingsbuch ist von Victor Hugo „Les Miserables“.

Hat eine deiner Geschichten schon mal deine Sichtweise verändert?

Durch das Schreiben habe ich oft Dinge beschrieben, die ich selbst kannte. Alle Figuren stehen zu einem Thema anders. Daher wechselt ein Autor beim Schreiben oft die Perspektiven. Je nachdem kann man ein Thema selbst aus einer anderen Perspektive sehen und anders darüber denken.

Was wäre dein Leben ohne Schreiben?

Sehr langweilig und eintönig. Wie gesagt, ein paar Jahre hab ich das Schreiben als Kindheitsteil abgetan und nicht als Berufswunsch. Von allen Seiten bekommt jeder Autor mindestens einmal in seinem Leben zu hören: „Das bringt doch kein Geld“ oder „Das sind nur Träumereien“ zu hören. Davon lasse ich mich heute nicht mehr stören. Jeder sollte den Mut haben, seine Träume zu verwirklichen.

Was inspiriert dich?

Musik, Filme, Bücher, Natur, Musicals – gerade Emotionen sind der Antrieb einer guten Geschichte. Deshalb funktionieren Bollywood-Filme: Liebe in allen Varianten, doch es dauert, bis sie sich kriegen, verzeihen oder ähnliches. Beim Schreiben höre ich auch gerne Musical-Musik oder Sha Rukh Khan. Auch wenn ich kein Wort Hindi verstehe, steckt viel Gefühl in den Liedern und (wenn ich den Film kenne) hab ich die Szene vor mir.