Interview mit Eva D. Black

Ich diese tolle Autorin in dem VHS Kurs Kreativschreiben bei Katharina Meier kennengelernt. Sie war mir von anfang an symphatisch und ich freue mich sie euch nun vorzustellen.

Beschreibe dein aktuelles Buch-Projekt in drei Sätzen.

Mein zuletzt veröffentlichter BDSM-Roman „Die stärkste Macht der Welt“ ist der dritte und letzte Band zu meinen Lieblingsprotagonisten David und Lea. Meine Bücher beschreiben BDSM wirklichkeitsnah als das, was es ist: Eine von beiden Seiten einvernehmlich gewählte Form der Sexualität.

Hast du dort einen Lieblingscharakter? Was hast du mit deinen Charakteren gleich?

Diese beiden Fragen kann ich zusammenfassen. Meine Lieblingsprotagonistin ist Lea. Die Hauptmotivation beim Schreiben ziehe ich aus dem wahren Leben. Auch wenn ich mit David und Lea neue Charaktere geschaffen habe, so ist es im Kern doch irgendwie „unsere“ Geschichte. Mit echten Einblicken in eine D/s-Ehe, echten Sessions und echten Gefühlen.

Alles was sie tut, erlebt, fühlt und sich wünscht, kommt ganz tief aus mir heraus. Ich mag Lea, man könnte fast behaupten, ich kenne sie persönlich. 😉

Warum hast du angefangen zu schreiben?

Diese Geschichte erzähle ich immer wieder gerne. Mein Debüt „Die Augen des Beschenkten“ erschien 2018. Und um ehrlich zu sein, hatte ich ursprünglich gar nicht vor, ein Buch zu schreiben …

Vor ein paar Jahren schenkte ich meinem Mann zum Hochzeitstag ein Fotobuch, in dem ich ein paar unserer besonders schönen Abende und Nächte (Sessions) für ihn aufgeschrieben hatte. All meine Empfindungen und Gefühle, die mir damals noch so schwerfielen auszusprechen, packte ich dazu. Er fand es großartig und ermutigte mich dazu, ein Buch zu schreiben. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los, also begann ich ein Jahr später damit, unsere Geschichten umzuschreiben und die Story um David und Lea nahm immer mehr Gestalt an.

Es war mir ein Bedürfnis, ein möglichst reales Bild zu schaffen, wie eine BDSM-Beziehung aussehen kann.

Anfangs schrieb ich noch für mich, doch es wurde schnell klar, dass ich dieses Buch, in das ich so viel Zeit, Energie und Emotionen steckte, letztlich auch veröffentlichen möchte.

Dass dieses spezielle Thema ein Nischen-Genre ist und nicht die breite Masse anspricht, war mir von Anfang an bewusst. Umso mehr freue ich mich über die positive Resonanz. Meine Erwartungen wurden weit übertroffen.

Warum dieses Genre?

Ich wollte nicht IRGENDEIN Buch schreiben, ich wollte DIESES Buch schreiben. 😊 Das Genre ergab sich von selbst.

„Es ist ein Wunsch, ein Bedürfnis, das aus meinem tiefsten Inneren kommt.“ Zitat: Lea aus „Die Augen des Beschenkten“ – aber eigentlich ist dieses Zitat von mir. 😉 Es war mein Wunsch und tiefstes Bedürfnis, ein klein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten und BDSM möglichst wirklichkeitsnah darzustellen. In zahlreichen (oft hochgehypten) Geschichten werden fiktive SM-Beziehungen geschildert, die nicht einvernehmlich sind und somit den Lesern ein unschön verzerrtes Bild davon vermitteln, wie BDSM-Anhänger ihre Leidenschaft ausleben. Dabei ist es doch ganz einfach…

Oberstes Gebot für jegliche Aktion im BDSM-Kontext ist die SSC-Regel. SSC bedeutet safe, sane, consensual. Also sicher, vernünftig (mit gesundem Menschenverstand) und EINVERNEHMLICH.

An Grenzen zu führen und an Grenzen geführt zu werden erfordert ein Höchstmaß an gegenseitigem Vertrauen. Möglicherweise ist dieses „Grenzen überschreiten“ für Außenstehende nicht nachvollziehbar und es erscheint das ein oder andere auch nicht mehr einvernehmlich. Auch hier versuche ich, mit meinen Büchern aufzuklären und – für alle, die es interessiert – ein möglichst reales und verständliches Bild zu schaffen.

Dein Lieblingszitat einer deiner Texte.

Textauszug aus „Die stärkste Macht der Welt“:

Wie ich diesen Moment liebe. Wenn sie hinübergleitet, es sie zu zerreißen scheint und sie dennoch nicht genug bekommen kann. Jede Sekunde wächst zu einer Ewigkeit voller Emotionen und intensiver Empfindungen heran. Auch für mich. Denn in diesem Augenblick fühle ich sie. Ich sehe und spüre ihren Kampf, ihre Pein und ihr Hochgefühl, und letztlich die Bereitschaft, sich hinzugeben.

Der Situation.

Dem Schmerz.

Mir.

Dabei spielt es keine Rolle, ob sie es für mich tut oder für sich selbst. Ob ich es für mich tue oder für sie. Wir sind eins und beschenken uns gegenseitig.

Was denkst du, braucht ein perfektes Buch?

Leser … 😉😂

Ein perfektes Buch muss mich auf irgendeine Weise packen und fesseln. Es muss mich komplett in seine Welt entführen, mich berühren, verzaubern, gefangen nehmen und dafür sorgen, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Hat eine deiner Geschichten schon mal deine Sichtweise verändert?

Ja. Es hat mich viel offener werden lassen. Mein Mann und ich lebten „unser“ BDSM zwar schon lange, bevor mein erstes Buch erschien, bis dahin hatte ich bei manchen geheimen Wünschen aber noch immer Hemmungen, sie ihm gegenüber auszusprechen. Durch meine Bücher hat sich jegliches Schamgefühl, jegliche Unsicherheit in Nichts aufgelöst. Es gibt keine Geheimnisse mehr.

Außerdem musste ich mich durch die unterschiedlichen Sichtweisen beim Schreiben auch in den dominanten Part einfühlen. Ich denke schon, dass ich dadurch manche seiner Reaktionen besser nachvollziehen kann.

Was wäre dein Leben ohne Schreiben?

Sicher auch ausgefüllt. Ich würde irgendetwas anderes machen. Aber zum Glück steht diese Option nicht mehr zur Auswahl.

Was inspiriert dich?

Das Leben. Mein Mann. Meine Neigung.

Kannst du dir vorstellen, auch in einem anderen Genre zu schreiben?

Ja, derzeit schreibe ich an einem Krimi, der allerdings auch im SM-Milieu spielt. Es wird zwar keine explizit beschriebenen Szenen geben – na ja, kaum welche – aber ganz lassen kann ich das Thema wohl nicht.

Vielen Dank, liebe Luna, für das Interview.

<3<3

Wie ihr Eva schreiben könnt:
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Veröffentlichte Bücher:

Die Augen des Beschenkten (2018) https://amzn.to/2XfLQh9

BDSM-Adventskalender (2019) https://amzn.to/2ox10SE

Die stärkste Macht der Welt (2021) https://amzn.to/2T1lClg

Kurzgeschichte

Der Peitschenmacher (2020) https://amzn.to/3pgLWCo

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